A - Appetitlosigkeit
Appetitlosigkeit ist kein seltenes Phänomen.
Dabei kann Appetitlosigkeit in völlig verschiedenen Varianten auftreten: Vom einfachen Kein-Hunger-Gefühl bis ihn zur absoluten Verweigerung bei der Nahrungsaufnahme. Oftmals ist dieses Gefühl Vorbote für eine sich anbahnende Krankheit. Dabei sind Krankheiten im Magen-Darm-Bereich nur die logische Schlussfolgerung aus der vorangehenden Appetitlosigkeit. Aber auch andere Ursachen können ausschlaggebend dafür sein, keinen Hunger oder Appetit zu verspüren. Grundsätzlich lassen sich die Ursachen von Appetitlosigkeit in zwei Bereiche unterteilen: Zum einen sind das die psychischen Gründe, zum anderen physische, also körperliche. Betrachten wir zunächst die psychischen Ursachen, kommen einem schnell Krankheiten wie Magersucht oder Bulimie in den Sinn. Diese sind die eindrücklichsten Beispiele dafür, wie sehr unser Verlangen für Essen vom Gehirn gesteuert werden kann. So wird in der medizinischen Fachsprache das Phänomen der Appetitlosigkeit mit dem Begriff „Inappetenz“ bezeichnet, was übersetzt das mangelnde Verlangen nach Nahrung bedeutet. Ein anderes Wort für den Zustand der Appetitlosigkeit ist die „Anorexie“. Medizinisch betrachtet sind diese Begriffe lediglich Bezeichnungen dafür, dass es zum Verlust des Hungergefühls kommt. In der Alltagssprache wird der Begriff „Anorexie“ jedoch oftmals fälschlicherweise mit dem der Magersucht gleichgesetzt. Bei der Magersucht handelt es sich dagegen um eine Sonderform der Anorexie, die psychisch bedingt ist. Diese wird als „Anorexia nervosa“ bezeichnet. Magersüchtige Menschen leiden nicht an Appetitlosigkeit, sondern unterdrücken ihren Appetit, um dünn zu werden. Im Verlauf der Krankheit nimmt der natürliche Appetit folglich auch ab. Aber auch wesentlich leichtere Fälle von Appetitlosigkeit können oftmals psychische Ursachen haben. Stress ist eine der häufigsten Ursachen für Krankheiten, auch wenn wir es selten mit bestimmten Krankheiten in Verbindung bringen.
Verspüren wir hingegen keinen Appetit bzw. Hunger, ist dies oftmals eine sehr logische Reaktion des Körpers auf Stress.
Im Stress befindliche Menschen denken den ganzen Tag oder bestimmte Zeiträume lang sehr intensiv über bestimmte Themen nach und geben der Thematik die höchste Priorität. Die Problematik der Appetitlosigkeit tritt auf, sobald mehrere solcher Gedanken und Prioritäten gebündelt stattfinden und das Essen einfach unwichtiger wird. Sobald man dort vor einem Essen sitzt und eigentlich auch essen will, verursacht die gedankliche Beschäftigung mit vermeintlich höher priorisierten Themen Appetitlosigkeit.Dies ist ein Prozess, der sich auch medizinisch erklären lässt: Stress ist eine körperliche Reaktion des Menschen auf bestimmte Anforderungen und Belastungen. Wenn der Mensch das Gefühl hat, seine Ressourcen reichen nicht aus, um Aufgaben zu bewältigen, wird alle Energie und Aufmerksamkeit darauf verwendet, diese zu meistern. Dabei gerät Nahrung schlicht und einfach in Vergessenheit. Zusätzlich kann in Fällen von Stress auch einfach die Zeit fehlen, um sich Nahrung zuzubereiten. Viele Menschen, die unter Stress stehen, stehen so unter Strom, dass sie vergessen, zu essen. Physische Ursachen für Appetitlosigkeit liegen teils in einer Vorankündigung des Körpers für eine bevorstehende Erkrankung.
Magen-Darm-Erkrankungen verursachen häufig nicht nur einfache Appetitlosigkeit, sondern einen regelrechten Ekel vor bestimmtem Essen. In diesem Fall und sollten die Symptome länger anhalten, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Haben Sie ihre Appetitlosigkeit erst in letzter Zeit bemerkt, versuchen Sie sich gezielte Zeiten der Entspannung einzurichten. Langanhaltende Appetitlosigkeit kann zu einem Mangel an Nährstoffen und somit zu gesundheitlichen Schäden führen.
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