M - Magersucht eine Krankheit, die geheilt werden kann.
Ist Magersucht überhaupt eine körperliche Krankheit?
Zu dünne Models, die über den Laufsteg wandeln. Thigh Gap, "man muss die Rippen sehen können" - Viele Menschen und vor allen Dingen auch die Medien nehmen sich dem Thema oder viel mehr der Krankheit Magersucht an und versuchen, aufzuklären. Doch was ist Magersucht überhaupt eine körperliche Krankheit? Eine seelische Krankheit mit körperlichen Auswirkungen? Spricht man mit Betroffenen, sehen diese sich oft selbst gar nicht als krank an, sondern wollen immer noch dünner werden. Hier von einer rein körperlichen Krankheit auszugehen, erscheint deshalb kaum logisch.
Nimmt man an, Magersucht ist eine Kombination aus körperlicher und mentaler/seelischer Krankheit, sind mögliche Ursachen schnell identifiziert: Neben erblichen Voraussetzungen kann auf körperlicher Seite auch andere Krankheiten dazu führen, dass der oder die Betroffene schnell abgenommen hat und dem nicht mehr entgegenwirken kann oder will. Viele Betroffene leiden meist auch an Appetitlosigkeit. Auf der anderen Seite stehen mentale bzw. seelische Ursachen wie z. B. ein vermindertes Selbstwertgefühl. Die psychischen Ursachen für die Entstehung einer Magersucht sind komplex und nicht bei jedem Betroffenen gleich. Sie können zurückreichen bis in die Kindheit der Patienten. Hierbei kommt es darauf an, welche Beziehung das Kind zu Nahrung entwickelt hat und welche Rolle diese folglich bei der Bewältigung von Emotionen spielt. Bei der Magersucht liegt ein gestörtes Verhältnis zum Essen sowie eine verzerrte Wahrnehmung des eigenen Körpers vor. Eine weitere psychische Ursache für das Krankheitsbild kann einem hohen Leistungsanspruch der Betroffenen liegen, den Sie auf ihren Körper projezieren. Der/die Magersüchtige fühlt sich nur gut und liebenswert, wenn Er/Sie besonders dünn ist. Somit werden über die Ernährung Emotionen reguliert und sich Anerkennung verschafft. Aber auch der vor allen Dingen Frauen betreffende, von der Gesellschaft entwickelte Gruppenzwang, kann Essstörungen wie die Magersucht fördern. Das gesellschaftliche Schönheitsideal vermittelt jungen Mädchen, dass nur extrem schlanke Menschen schön seien.
Essverhalten bei Magersüchtigen normalisieren.
Für magersüchtige Menschen ist es umso wichtiger, nicht nur auf körperlicher Ebene therapiert zu werden oder auf der anderen Seite nur auf mentaler Ebene, sondern es ist eine gleichzeitige Stärkung beider Faktoren notwendig. Neben kontrolliertem Essverhalten, das nach und nach wieder normalisiert wird und zunächst erstmal auf ein gesundes und verträgliches Maß gehoben wird, sollten sich Magersüchtige Menschen in Ihrem direkten Umfeld suchen, die sie unterstützen, Ihr Körpergewicht, aber auch ihr Selbstbewusstsein wieder auf ein gesundes Niveau zu bringen. Letztendlich ist Magersucht vor allen Dingen eine Krankheit deshalb sollte sie auch wie eine solche von einem Arzt behandelt werden. Vor dem Hintergrund der komplexen psychologischen Zusammenhänge, die hinter der Krankheit der Magersucht stecken, kann Sie nicht einfach über eine Steigerung der Nahrung geheilt werden. Vielmehr ist es notwendig, eben diese psychologischen Hintergründe aufzuarbeiten, um an die Ursachen der Essstörung zu gelangen. Nur so kann eine nachhaltige Gesundung erfolgen. Hierzu sollte unbedingt die Unterstützung eines Psychotherapeuten in Anspruch genommen werden. Falls Sie oder ein Angehöriger betroffen sind, fragen Sie bei ihrer Krankenkasse nach einer Liste von entsprechenden Ansprechpartnern in ihrer Nähe. Die Therapie von Magersucht wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
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